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Prof. Dr. Franz Ruppert

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Eine offene Diskussion und ein offener Dialog über das Risiko von Covid-19 ist notwendig

Franz Ruppert, 20.3.2020 

Bewusstseinsbildung durch emotionale Klärung

Krisen können bislang gut unterdrückte Gefühle, vor allem Angst, Wut und Scham nach oben bringen. Wenn wir uns diese Gefühle nicht näher anschauen, können sie leicht zu einseitigen Ideen und zu blindem Aktionismus führen. Daher ist es ratsam zu unterscheiden, was an diesen im Moment hochkochenden Gefühlen gehört in meine Vergangenheit und wird durch die aktuelle Situation nur reaktiviert. Wenn es gelingt, die ursprüngliche Situation zu finden und emotional zu begreifen, in der diese Gefühle entstanden sind, und wie dieses alte Geschehen mit der aktuellen Situation verknüpft ist, wird auch der Verstand wieder klar und frei. Wir haben dann in der aktuellen Situation in der Regel mehr und vor allem auch neue Handlungsalternativen, die wir so zuvor nie gesehen hätten. Dieser Vorgang ist im Prinzip das Geheimnis einer jeden guten Beratung und Therapie. Er könnte jetzt auch in der aktuellen Coronakrise von allen Beteiligten angewendet werden.

Ich biete daher allen, die jetzt weitreichende politische Entscheidungen treffen müssen, meine therapeutische und beraterische Hilfe an.

 

In den Dialog mit anderen Meinungen treten

Aufgrund meiner Tätigkeit in vielen Ländern dieser Welt weiß ich: Wir sind alle Menschen mit sehr ähnlichen Grundbedürfnissen nach Geliebtwerden, Sicherheit, Autonomie und Freisein. Wir alle wollen und können lieben, wir alle wollen und können vernünftig denken und wir alle können und wollen sozial verantwortungsvoll handeln.

Die gegenwärtige gesellschaftliche Krise ist meines Erachtens nur im offenen Dialog zu lösen, nicht durch Dekrete von Oben und das Erzeugen immer neuer Freund-Feind-Schemata. Stress mit Stress, Trauma mit Trauma und Konkurrenzverhalten mit Konkurrenzverhalten zu bekämpfen, funktioniert auf jeden Fall nicht. Das lerne auch ich gerade angesichts der in Diskussionen schnell hochkochender Emotionen und gegenseitiger Vorwürfe und Entwertungen. Die Meinung anderer als unmaßgeblich, unvernünftig und verantwortungslos zu brandmarken und zu entwerten, und sei sie im Moment auch noch so ungewöhnlich, führt nur weiter in psychische Verletzungen und die daraus resultierenden heillosen Täter-Opfer-Dynamiken hinein.

Ich weiß eines aus meiner therapeutischen wie Lebenserfahrung gewiss: Wenn wir mit unseren Trauama-Überlebensstrategien aufeinander losgehen, werden wir immer radikaler und extremer. Wir suchen Verbündete und Schutz bei Gleichgesinnten, werden im Grunde unseres Herzens aber immer isolierter und einsamer.

Wer mit der Grundhaltung in ein Gespräch geht, was weißt du, was ich nicht weiß, kommt wesentlich weiter. Und gemeinsam kommen wir unseren Zielen näher. Trotz unserer Traumatisierungen haben wir alle noch gesunde psychische Strukturen in uns, um die Realität so zu erkennen, wie sie ist und nicht wie sie sein soll oder wie wir sie fürchten.

Ich habe zu meinem Artikel „Der Corona-Pandemie-Wahn“ zu meiner Freude persönlich überwiegend zustimmende Reaktionen erhalten. Zuweilen bekomme ich auch empörte E-Mails oder Anrufe. Doch am Ende des Gesprächs oder E-Mail-Austausches entstehen dann Respekt vor dem Wissen und den Sorgen des jeweils anderen, wenn ich bereit bin, zuzuhören und die elementaren Bedürfnisse und die besonderen Fähigkeiten meines Gesprächspartners zu achten.

Eine besonders ablehnende Reaktion habe ich in den letzten Tagen zum Anlass genommen, mit dem Schreiber in einen persönlichen Dialog zu treten. Er hat mir erlaubt, unseren Dialog hier zu veröffentlichen.

Von: IK, Gesendet: Donnerstag, 19. März 2020 10:01, An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Betreff: KenFM Beitrag Tagesdosis

Sehr geehrter Herr Ruppert,

ich habe eben Ihren Beitrag bei „KenFM“ - Tagesdosis, vom 18.03.2020, auf Youtube, gehört. Ich konnte mir erst einmal nicht vorstellen, dass dieser Text von Ihnen ist. Nach einiger Recherche, wurde mir das bestätigt. Wie unsolidarisch, unverantwortlich und empathielos!!

Die Realität in Italien, in Spanien etc… zeigt doch was passieren kann / wird, wenn wir nicht handeln. Ich möchte an dieser Stelle keine weiteren Argumente aufführen - eine Diskussion darüber erübrigt sich. Sehen und hören sollte genügen.

Ich staune, wie viele „likes" Sie dafür bekommen haben. Sie haben sich mit Ihrem Essay auf die Ebene der Menschen gestellt, die in den Parks, auf den Coronapartys etc… , viel dummes Zeug von sich geben: „lösen sie ihre Traumata und sie bleiben gesund“ -?!?!? HÄ???

Ich verstehe nicht, wie Sie in einer Einrichtung tätig sein können, deren Essenz die Nächstenliebe ist und vor allem ihre Aufgaben in der Unterstützung der Schwachen in unserer Gesellschaft sieht.

Ich hatte bis heute Nacht gedacht, Sie wären ein „sehr“ gescheiter Mensch. Sie klingen in dem Beitrag wie ein „Quacksalber“, der von seiner Insel „Narcissus“ quackt - „hört mich, jetzt bin ich auch noch Virologe" :-)))

Kommen`s, das können Sie besser!!

bleiben Sie gesund

mit freundlichen Grüßen

IK

P.S.: Ihre Bücher haben wir aus unseren Regalen genommen. Was mich qualifiziert, zu Ihrem vermeintlich gescheiten Beitrag überhaupt Stellung zu         nehmen - Menschlichkeit und ein gesunder Menschenverstand.

Am 19. März 2020, 11:09 +0100 schrieb Franz Ruppert <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;;:

Sehr geehrter Herr K,

ich bin ein wenig überwältigt von Ihrer heftigen emotionalen Reaktion. Ich habe beim Lesen Ihrer Zeilen unmittelbar ein Angstgefühl in meinem Bauch gespürt, vermutlich weil ich als Kind sehr viel Ablehnung sowohl von meiner Mutter wie von meinem Vater erlebt habe.

Von wem wünschen Sie sich, dass er solidarisch, verantwortlich und empathisch Ihnen gegenüber ist? Was habe Sie diesbezüglich von Ihrer Mutter und Ihrem Vater erlebt?

Würden Sie auch gerne mehr Likes bekommen?

Für mich hängt Nächstenliebe sehr davon ab, ob ich mich selbst liebe. Wenn Nächstenliebe mit Selbstaufopferung verbunden ist, dann stimmt meiner Erfahrung nach etwas nicht mit dieser Liebe. Dann ist diese Art von Nächstenliebe ein Ausdruck von dem, was ich in meiner Theorie das „Trauma der Liebe“ nennen.

Bleiben auch Sie gesund!

Franz Ruppert

P.S. Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich Ihr Schreiben an mich und meine Antwort darauf und vielleicht dann auch wieder Ihrer Antwort auf meine Antwort auf meiner Internetseite veröffentlichen.

Von: IK, Gesendet: Donnerstag, 19. März 2020 11:40, An: Franz Ruppert <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;;

Betreff: Re: AW: KenFM Beitrag Tagesdosis

Sehr geehrter Herr Ruppert,

wenn Sie meinen Namen ändern, dürfen Sie unsere Korrespondenz gerne auf Ihrer Seite veröffentlichen. Ich brauche keine „Likes“. Außerdem bekomme ich die jeden Tag durch meine Tätigkeit und vor allem durch meine Familie und meine Kinder. In meinem Leben steht die Dankbarkeit im Vordergrund.

Mein Schreiben bezieht sich nicht auf meinen „eigenen kleinen Arsch“. Wenn Sie selber Kinder haben, dann kennen Sie vielleicht, dass sich die eigene Wahrnehmung und der Focus von einem selber weg bewegt und in diesen Zeiten, sich die Motivation des Handelns, auch aus dem engen Kreis der Familie erweitert. Das meine ich mit solidarisch.

Wenn Sie jetzt handeln - Verantwortung übernehmen, brauchen Sie nicht mehr über Ihre Kindheit / Eltern klagen. Das schließt nämlich mit ein, dass Sie sich annehmen, wie Sie sind - da das Leben ein Prozess ist, sicher nicht perfekt, aber auf alle Fälle liebenswert , mit all Ihren Ecken und Kanten…..

Beste Grüße

IK

Am 19. März 2020, 12:02 +0100 schrieb Franz Ruppert <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;;:

Sehr geehrter Herr K,

vielen Dank, dass Sie einer möglichen Veröffentlichung unserer Korrespondenz zustimmen.

Der Ausdruck „eigener kleiner Arsch“ macht mich jetzt noch mehr neugierig, was Sie selbst als kleiner A. erlebt haben. Ich weiß jetzt gar nicht, wie alt Sie sind. Ich werde dieses Jahr 63 Jahre alt.

Ihre Kindheitserfahrung interessiert mich auch deshalb, weil ich mich frage, mit welcher inneren Einstellung Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder wahrnehmen, die ja auch erst einmal einen eigenen kleinen A. haben/hatten.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Ruppert  

Von: IK, Gesendet: Donnerstag, 19. März 2020 12:52, An: Franz Ruppert <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;;

Betreff: Re: AW: AW: KenFM Beitrag Tagesdosis

Sehr geehrter Herr Ruppert,

„eigener kleiner Arsch“ ist ein Hinweis, dass es in der Sache und in meinem Leben nicht mehr nur um mich geht - fühlt sich angenehm an. Ich bin 59 Jahre alt.

Meine Kindheitserfahrungen, sowie die Erfahrungen meines gesamten Lebens, sind voller negativer, so wie auch positiver Traumata. Verliebtheit - verlassen werden - gedemütigt - bejubelt - mal göttlich, mal diabolisch - gewinnend - verlierend. Das Leben halt. Und, das ist gut so.

Durch die Brille aus diesen Erfahrungen, erlebe ich meine Umwelt und gehe ich in Kontakt oder auch nicht.

Ich denke, dass ich und wir, unsere Erfahrungen um ein weiteres positives Traumata erweitern können, wenn wir uns solidarisieren - wenn auch sicherlich nicht alles perfekt organisiert wird. Wie gesagt, dass Leben ist dynamisch in einem „Prozessuniversum“.

Ich bin kein Fachmann. Aber, einleuchtend ist, dass das Virus eine sehr perfide Eigenschaft besitzt - es verbreitet sich unauffällig, indem es nicht jeden krank macht (deshalb sprunghaftes Ansteigen der Infizierten) und schlägt bei den Schwächsten zu. Obwohl in Mitterteich ein Kind mit 9 Jahren und ein 19 jähriger Jugendlicher an einem Beatmungsgerät hängt.

Auch wenn alle, die schwer von der Krankheit betroffen sind, alt und „eh schon krank sind“, finde ich es berechtigt vorzusorgen, dass für die Betroffenen genügend medizinische Hilfe gewährleistet ist. Mehr ist das meines Erachtens nicht, was hier gerade passiert.

Da muss man keine Panik machen. Die Handlungen ergeben sich aus den Gegebenheiten, was VerANTWORTEN ist.

viele Grüße

IK

Am 19.03.2020 um 21:26 schrieb Franz Ruppert:

Sehr geehrter Herr K,

wann in Ihrem Leben ist es tatsächlich nur um Sie gegangen?

Könnten Sie noch mehr zu den negativen wie positiven Traumata sagen?

Zu meiner Lebensgeschichte finden Sie einiges in meinem Buch „Wer bin Ich in einer traumatisierten Gesellschaft?“ Ich hänge Ihnen auch einen Artikel über meine berufliche Entwicklung an.

Kennen Sie einen Menschen aus Ihrer Lebensbiographie, der so eine perfide Eigenschaft hat, wie sie diese beim Coronavirus jetzt wahrnehmen?

Haben Sie selbst schon einmal erlebt, dass Ihnen nicht genügend medizinische Hilfe zuteilwurde?

Mit freundlichem Gruß

Franz Ruppert

Von: IK, Gesendet: Donnerstag, 19. März 2020 23:01 An: Franz Ruppert <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;;

Betreff: Re: KenFM Beitrag Tagesdosis

Sehr geehrter Herr Ruppert,

Ihre erste Frage ist schnell beantwortet. Bis ich Vater wurde, ging es in meinem Leben nur um mich. Ergeben durch die Freiheit, der Lust am Erfahren und dem Ausloten der eigenen Fähigkeiten. Auch beim Retten der Welt, wollte ich "meine Welt" retten.

Zu Ihrer zweiten Frage. Vielleicht ist es anmaßend für einen Laien, nicht Psychologen, mit solchen Begriffen zu hantieren. In meiner Welt gibt es sowohl negative, wie auch positive Erfahrungen, die großen Einfluss auf mein Verhalten, mein Handeln, mein in Kontakt-treten mit meiner Umwelt haben. Es wird sich wahrscheinlich erst am Ende meines Lebens abzeichnen, welche (positiven oder negativen) Traumata, mir die Türen geöffnet oder verschlossen haben. War es die Wärme und der Duft meiner Mutter, der mich davor bewahrt hat, mit der nächst besten Affäre ins Unglück zu laufen. Oder, habe ich durch dieses Trauma den Anspruch zu hoch gelegt und dadurch die wahre Liebe nicht erkennen können. Ist es die Ohrfeige meines Vaters, die mich zu einem besser Vater gemacht hat, dem es nie in den Sinn kommen würde, gleiches zu tun. Erst in Anbetracht des gesamten Lebens, werden sich die Folgen meiner Erfahrungen abzeichnen.

Zum besser Verständnis: ich denke nicht, dass uns nur negative Erfahrungen - Schläge - Liebesentzug - Erniedrigung etc… traumatisieren. Ich gehe davon aus, dass positive Erfahrungen ähnliche Bürden verursachen, wie negative - erlebte Momente des Glücks machen uns zu rastlosen Suchern - schöne Plätze lassen uns den Rest der Welt trist erleben. Das Erlebnis große Liebe, ist vielleicht das einflussreichste an positiven Erlebnissen, die ein Mensch erfahren kann. Diese Erfahrung hat, wie auch in vielen großen Dichtungen erzählt, Leben zerstört. Meine einschneidendste, positivste traumatische Erfahrung war die Erkenntnis, dass Liebe nie von außen - immer von innen kommt. In dem Moment kam ich zu der Einsicht, dass die meisten Aktionen meines Lebens, bis Dato Energieverschwendung waren - und ich immer am falschen Ende gesucht habe - was für ein Schock!!

Ich kenne keinen Menschen, der sich so verhält wie das CoVID19. Ich bin aber überzeugt, dass es das Virus nicht auf uns abgesehen hat, sondern sich selbst am wichtigsten ist.

Und dass ist seine Schwäche!!! Wir können ihm seine Grundlagen zum Überleben nehmen, indem WIR zusammen stehen und solidarisch sind - das haben wir CoVID19, als Menschen voraus.

Wir brechen uns keinen Zacken aus der Krone, auch wenn wir mal wieder falsch handeln. Denn, das Leben ist ein Prozess - ein Forschen und Erfahren, immer auf Messers Klinge.

in diesem Sinne - happy exploring

Ihr Herr K.

Am 20.03.2020 um 10:45 schrieb Franz Ruppert:

Sehr geehrter Herr K,

vielen Dank für Ihre persönliche Offenheit. Jetzt verstehe ich besser, was Sie mit „positiver“ Traumatisierung meinen. Dieser Begriff war mir bislang nicht geläufig.

Das mit dem Verletzt werden durch Liebesbeziehungen ist auch ein zentrales Thema in meinem Leben und in meiner Theoriebildung. Daher habe ich u.a. das Buch „Trauma, Angst und Liebe“ geschrieben. Was bestimmt unser Leben mehr, die Angst oder die Liebe?

Ich denke mittlerweile, jeder ist sein bester eigener Psychologe. Manchmal brauchen wir, wenn wir emotional hängen bleiben, ein paar Impulse von außen. Das ist das Prinzip der von mir entwickelten Anliegenmethode.

Ich wünsche auch Ihnen weiterhin eine gute persönliche Entwicklung

Mit besten Grüßen

Franz Ruppert

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